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Löwencup: Winterthur gewinnt WM-Revanche
Von Daniel Frei / Sportjournalist.ch Die diesjährige WM-Revanche der Winterthurer Radballer vor heimischer Kulisse verlief ganz nach dem Gusto der zahlreichen Zuschauer in der Sporthalle Steinacker. Während die Weltmeister aus Gärtringen (De) mit 4:3 gegen Tschechien und 7:0 gegen Oftringen begannen, bekundeten die Winterthurer deutlich mehr Mühe mit dem Turnierauftakt. Zuerst mussten sie einen Rückstand gegen das Schweizer WM-Ersatzteam aus Oftringen aufholen, was sie mit einem 4:3-Erfolg auch bewerkstelligten. Danach erneuter Rückstand gegen den WM-Dritten aus Höchst. Doch die Winterthurer Weltmeister aus dem Jahre 2009 drehten das Spiel und konnten mit 3:1 das Momentum auf ihre Seite kippen. Die Österreicher gaben jedoch nicht auf und schafften zehn Sekunden vor Schluss den nicht unverdienten Ausgleichstreffer zum 3:3-Endstand.
Sponsoren- und Gästebetreuung
Jetzt folgte eine etwas längere Pause für die Winterthurer und diese wird beim Löwencup traditionellerweise für die Sponsoren- und Gästebetreuung genutzt. „Es ist unser Turnier, wo wir unseren Freunden zeigen können, was Weltklasse-Radball wirklich bedeutet.“ Der dreifache Weltmeister Peter Jiricek kennt es aus eigener Erfahrung, dass diese Betreuungsphase enorm wichtig ist und vor allem auch sehr geschätzt wird. „Es ist immer eine Gradwanderung zwischen Ablenkung und Konzentration auf das Turnier. Denn wir wollen den Turniersieg unseren Gästen widmen. Doch dazu benötigen wir noch zwei Siege in den verbleibenden zwei Partien, was nicht ganz einfach wird.“ In der Tat, denn mit Tschechien und Deutschland warten immerhin die Weltmeister der Jahre 2008 und 2010.
Hochstehende Partien
Bevor die Winterthurer spielten, stellten die Österreicher dem Weltmeister aus Deutschland überraschend ein Bein. Sie bezwangen das Team aus Gärtringen mit 3:2. Damit spielte Österreich auch wieder um den Turniersieg mit, war jedoch auf die Mithilfe der Deutschen angewiesen. Winterthur gegen Tschechien war das Glanzstück für die Zuschauer, welche 15 Tore zu sehen bekamen. Die von beiden Seiten sehr offensiv gehaltene Partie hatten die Winterthurer jederzeit im Griff. Doch beinahe vergaben sie eine klare Führung noch aus den eigenen Händen. Mit 8:7 gewannen Waldispühl/Jiricek jedoch verdient die Partie und schafften für die abschliessende Begegnung gegen Deutschland eine spannende Ausgangslage. Mit einem Unentschieden erzwingen die Winterthurer ein Entscheidungsspiel gegen Österreich. Ansonsten ist der Sieger der Partie der Gewinner des Löwencup 2011. Die hochstehende Neuauflage des WM-Finals vom vergangenen November in Stuttgart war zur Pause ausgeglichen. Verantwortlich dafür war insbesondere Marcel Waldispühl, welcher offensiv wie auch defensiv eine ganz starke Partie zeigte. Nach dem Seitenwechsel erzielte Gärtringen mit Berner/König zum zweiten Mal in diesem Spiel den Führungstreffer zum 4:3. Doch Winterthur gab nicht auf und glich aus. Danach hatte Peter Jiricek einen ersten Matchball, verpasste jedoch das leere Tor nur knapp, was ein Raunen unter den 300 Zuschauern auslöste und die Meinung war bereits gemacht. „Wer solche Chancen vergibt, der verliert dieses Spiel.“ Doch es gab noch einmal eine zweite Chance durch einen Freistoss. Diesmal verwandelte Jiricek und die Fans jubelten ihm zu. Die Sekunden wurden herunter gezählt und bei Null stand der Sieger fest. Winterthur gewinnt mit 5:4 die WM-Revanche und das Turnier um den Löwencup. Österreich platzierte sich vor Deutschland auf dem Podest. Oftringen schaffte dank eines 6:3-Erfolges über Tschechien, die Weltmeister aus dem Jahre 2008 hinter sich zu lassen.

Weltmeister Matthias König beschäftigt gleich beide Winterthurer Peter Jiricek und Marcel Waldispühl (v.l.n.r.)
Der Löwencup 2011 hielt einmal mehr, was er seit Jahren verspricht. Radball auf dem höchsten Niveau, spannende Spiele und einen knappen Turnierausgang, welcher erst nach dem letzten Spiel feststeht. Und wenn der Sieger noch Winterthur heisst, dann ist das Radballjahr 2011 so richtig lanciert.
Resultate
Deutschland - Tschechien 4:3. Winterthur - Oftringen 4:3. Österreich - Tschechien 3:3. Deutschland - Oftringen 7:0. Winterthur - Österreich 3:3. Oftringen - Tschechien 6:3. Deutschland - Österreich 2:3. Winterthur - Tschechien 8:7. Oftringen - Österreich 2:5. Deutschland - Winterthur 4:5.
Rangliste
1. Winterthur (Waldispühl/Jiricek) 10
2. Österreich (Schnetzer/Schneider) 8
3. Deutschland (Berner/König) 6
4. Oftringen (Stadelmann/Zaugg) 3
5. Tschechien (Hrdlicka/Hason) 1

Torhüter Marcel Waldispühl, Trainer Petr Jiricek und sein Sohn Peter feiern den Löwencupsieg 2011 (v.l.n.r.)
Internationales U21-Turnier
Pfungemer Junioren überzeugen
Zum zweiten Mal fand im Rahmen des Löwencup ein international topbesetztes U21-Juniorenturnier statt, welches eine optimale Standortbestimmung vor der Junioren-EM war. Die Gebrüder Severin und Benjamin Waibel aus Pfungen unterlagen den EM-Zweiten aus dem Vorjahr, RV Boland aus Deutschland mit 1:3 im Finalspiel. Die Waibels zeigten jedoch während des Turniers, dass sie für die EM bereit sind. Zuvor bezwangen sie die Winterthurer De Biasio/Salm mit 8:1, Österreich mit 3:3 und auch Tschechien hatten beim 12:3 klar das Nachsehen.

Severin Waibel (links) im Kampf gegen den Deutschen Matthias Mergel (rechts)
Resultate
Deutschland - Tschechien 12:1. Pfungen - Winterthur 8:1. Österreich - Tschechien 8:3. Deutschland - Winterthur 7:2. Pfungen - Österreich 3:2. Winterthur - Tschechien 8:0. Deutschland - Österreich 4:3. Pfungen - Tschechien 12:3. Winterthur - Österreich 3:4. Deutschland - Pfungen 5:1. Finalspiel: Deutschland - Pfungen 3:1.
Rangliste
1. Deutschland (Patrick und Matthias Mergel)
2. Pfungen (Severin und Benjamin Waibel)
3. Österreich (Plankensteiner/Schlegel)
4. Winterthur (Atilla de Biasio/Michael Salm)
5. Tschechien (Stanek/Hrdlicka) (16.01.2011)
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